BVÖ Förderung Veranstaltungen 2021

Im Rahmen der Büchereiförderung vom BVÖ und Bundeskanzleramt werden über die Aktion „Wandelwelten“ Veranstaltungen mit Petra Ramsauer und Stephan Roiss in öffentlichen Bibliotheken im Jahr 2021 gefördert!

Mitmachen können alle öffentlichen und kombinierten Bibliotheken österreichweit, auch jene, die nicht BVÖ-Mitglied sind. Erfahren Sie hier und unten mehr dazu, wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

 

Kontakt:
Ursula Rinderer – Veranstaltungen
E-Mail: u.rinderer@kremayr-scheriau.at

 

 

Autorin im Interview: Renate Silberer

Hotel Weitblick in einem Satz:
Schwierig, aber letztlich würde ich sagen: Der Mensch ist mehr als sein Beruf.

Wie bist du auf das Hotel Weitblick als Schauplatz gekommen? Was fasziniert dich daran?
Die Idee eine in sich geschlossene Gruppe in einem abgeschiedenen Hotel aufeinandertreffen zu lassen und zu schauen was passiert, wenn der Seminarleiter so ganz anderes ist als erwartet. Das hat mich interessiert.

Wie entwickelst du deine Figuren und welches Verhältnis pflegst du mit ihnen?
Ich habe eine Art Hintergrundtapete zu den Figuren. Was sie antreibt und beschäftigt, was davon nach außen dringt. Ihre Fassaden und ihr inneres Erleben, das ihnen selbst nicht immer zugänglich ist. Damit spiele ich.

Den Protagonist*innen ist ein besonderer Agenturensprech gemeinsam. Wie oder wo hast du diesen recherchiert?
Ganz klassisch, ich habe Interviews geführt.

Wer war Johanna Haarer und warum kommt sie im Buch vor?
Johanna Haarer war die Erziehungsbeauftragte im Dritten Reich. Ihr Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ wurde nach dem Krieg als „Die Mutter und ihr erstes Kind“ weiter aufgelegt und als anerkannter Erziehungsratgeber im deutschsprachigen Raum hunderttausendfach gelesen. Die nationalsozialistische Sicht auf ein Kind als Funktionsträger, das in einer möglichst dysfunktionalen Mutter-Kind-Beziehung aufwachsen soll, unbedingten Gehorsam zu leisten hat und möglichst wenig Raum für eigene Erfahrungen zur Verfügung haben soll, konnte sich unter anderem durch die Bücher von Frau Haarer bis in die 1990er Jahre weiterverbreiten und ist in unserer Gesellschaft leider nach wie vor virulent. Darüber wollte ich schreiben.

2017 sind bei uns deine Erzählungen „Das Wetter hat viele Haare“ erschienen. Wie hat sich dein Schreiben seitdem verändert?
Vielleicht bin ich spielerischer geworden, die Freude am Verknüpfen, Suchen und Finden von Zusammenhängen ist mit der Zeit noch gewachsen.

Hattest du Schreibkrisen? Falls ja, was hast du dann getan?
Oh ja, immer wieder. Ich glaube Schreibkrisen sind Teil des Schreibens. Meistens lese ich dann viel, mache mir Notizen und lass das Gelesene auf mich wirken.

Was liest du gerne? Wer zählt zu deinen literarischen Vorbildern?
Ich lese sehr gern Essays, jetzt gerade von Anna Lowenhaupt Tsing „Der Pilz am Ende der Welt“ und ansonsten lese ich vorwiegend Gedichte, immer wieder Elke Erb, südosteuropäische Lyrik mag ich zurzeit auch besonders gern.

Vielen Dank für das spannende Interview!

Herbstprogramm 2021

Der Herbst wird politisch, ehrlich, spektakulär, mutig und mitreißend. 
Freuen Sie sich mit uns auf unser kommendes Sachbuch- und Literaturprogramm!

 

SACHBUCH 

  • Zwei Jahrzehnte nach 9/11 betrachten die langjährigen ORF-Korrespondent*innen Hannelore Veit und Peter Fritz in „Zeit des Zweifels” politische wie gesellschaftliche Entwicklungen und sezieren dabei eine zuletzt strapazierte transatlantische Freundschaft im Wandel der Zeit.

 

  • Infotainment par excellence: Die erfolgreiche Bloggerin Christl Clear inspiriert in „Let me be Christl Clear” mit klaren Worten und räumt mit sämtlichen Klischees auf, die mit dem Frausein assoziiert werden. 

 

  • Bitcoin, Ripple, Dogecoin & Co. – Unternehmensberater und Journalist Cornelius Granig schreibt in „Böses Geld” über spektakuläre Betrugsfälle wie den Wirecard-Bluff und vermittelt kompaktes Wissen zu digitalen Geldgeschäften. 

 

  • In „Der Weg der Freiheit” zeigt Ronny Kokert, wie junge Geflüchtete durch Kampfsport zu Selbstwert und Akzeptanz fanden und was wir von ihnen lernen können. Ein aufrüttelndes Plädoyer für Zivilcourage, Veränderung und Mut zur Menschlichkeit. 

 

  • Einblicke in die Lebensrealität Homosexueller während der NS-Zeit gibt der Moderator Jürgen Pettinger in „FranzSchwul unterm Hakenkreuz, einer mitreißenden und berührend erzählten Biografie. 

 

ÜBERMORGEN: Die Essay-Reihe  

  • Die Gerichtspsychiaterin und Bestseller-Autorin Heidi Kastner analysiert in „Dummheit“ die menschliche Bereitschaft, das Denken anderen zu überlassen und warum „dumme“ Entscheidungen durchaus attraktiv sein können.

 

  • Der Sozialökonom Christian Berger liefert in „Sorge” eine fundierte Analyse einer Sollbruchstelle unserer Gesellschaft. Er fordert, den Begriff des Wohlstands radikal neu zu denken, ihn an der Sorge um das Lebendige, nämlich am Prinzip der Nachhaltigkeit, neu auszurichten. 

 

  • Die Journalistin Nermin Ismail geht in ihrem Essay „Hoffnung” einem der urmenschlichsten Gefühle auf den Grund. Sie redet mit Menschen, denen die Hoffnung fast abhandenkam, hinterfragt, wer hoffen darf und zeigt, was nötig ist, damit ein hoffnungsvolles Morgen immer wieder möglich ist. 

 

LITERATUR 

  • Jessica Lind wandelt in ihrem Debütroman „Mama” stilsicher zwischen den Genrewelten. Was als klassische Beziehungsgeschichte beginnt, entfaltet Seite für Seite einen subtilen Horror und entwickelt eine erzählerische Sogwirkung, die niemanden unberührt lässt. 

 

  • On the road again: Thomas Mulitzer schickt in seinem bitterernsten und zugleich zum Brüllen komischen Roman „Pop ist tot” eine Ex-Punkband auf Revivaltour mit Hindernissen. Natürlich mit der besten Musik im Hintergrund! 

 

  • Martin Peichls Texte und Matthias Ledwinkas Fotografien sind Nachrichten und Fotografien aus emotionalen Sperrgebieten. Seite für Seite entfaltet sich in „Gespenster zählen” eine emotionale Landkarte, die mal leichtfüßig, mal erdenschwer, aber immer sehnsüchtig durchschritten wird. 

 

Ausstellungskataloge der Österreichischen Nationalbibliothek: 

  • Die Donau als Sehnsuchtsraum, Grenze und verbindendes Element – Der Katalog zur Ausstellung „Die Donau” vereint die Pasetti-Karte, die einzigartige Darstellung der Donau von Passau bis zum Eisernen Tor, und Essays über die Geschichte des Flusses und seine Rezeption in der Kunst. 

 

  • Der Katalog zur Ausstellung „Des Kaisers schönste Tiere” zeigt die Highlights der fast 10.000 detailreichen und farbenprächtigen Aquarelle der Sammlung und wird ergänzt durch Essays sowie eine Auswahl von handschriftlichen und gedruckten Originalquellen. 

 

Hier die Vorschau zum Durchblättern:

 

Autorin im Interview: Romina Pleschko

Die „Ameisenmonarchie“ in einem Satz:

Drum prüfe, wer sich ewig bindet.

Wie bist du auf den Schauplatz eines großstädtischen Wohnhauses gekommen? Was fasziniert dich daran?

Ich habe einen Hang zum Kammerspiel, die meisten Menschen sind am interessantesten in den eigenen vier Wänden.

Hast du deine Geschichte von einer bestimmten Figur aus entwickelt?

Magdalena war gleich zu Schreibbeginn sehr deutlich konturiert einfach da, ihre Themen haben mich durch den Text gezogen, auch auf andere Figuren ausgestrahlt.

Haben deine Figuren reale oder fiktive Vorbilder?

Sie haben nur homöopathische Anlagen von realen Personen, genauso viel, wie man für überzeugende fiktive Personen braucht.

Eine Figur ist Ehefrau, Mutter und verhinderte Künstlerin. Inwiefern reflektierst du gesellschaftliche Zustände hinsichtlich der Rolle der Frau?

Ich finde die Auswirkungen von diversen Lebensentscheidungen spannend, nicht nur bei Frauen, sondern mehr auf das Altern bezogen. Gerade bei sehr klassischen Entwürfen kommt es im Alter häufig zu einer interessanten Umkehr, einer Machtverschiebung hinein in das Private, in dem die Frau dann schlussendlich die Richtung angibt, während dem Mann die Macht mit Antritt der Pensionierung durch die Finger rinnt.

Komik und Tragik liegen bei dir dicht beieinander. War es schwierig die Balance zu halten?

Nein, das fand ich nicht schwierig, weil sie für mich nicht dicht beieina

nder, sondern übereinander liegen. Es wäre mir eher schwergefallen, Komik und Tragik säuberlich voneinander zu trennen.

Hattest du Schreibkrisen? Und was hast du dann getan?

Bei mir verteilen sich die Krisen gut, jeder Schreibtag wird von einer Mikrokrise eingeläutet. Die muss ich überwinden, mit reinem Zwang, austricksen kann ich mich selbst nicht, nur disziplinieren.

Was liest du gerne? Welche Bücher haben dich zum Lachen gebracht?

Ich lese gerne Bernhard, Nabokov, Berg, Markus Werner. Die bringen mich tatsächlich alle regelmäßig zum Lachen. Z.B. bei “Lolita” habe ich schon auf der ersten Seite sehr gelacht, weil der Protagonist mit nur einem Satz zur Gänze greifbar wird in seinem Irrsinn.

Was macht für dich den perfekten Morgenmantel aus?

Er darf ja keine Federn verlieren oder überhaupt Federn besitzen, die kitzeln oder jucken könnten. Ich fände etwas Schlichtes kimono-artiges gut. Magdalenas Morgenmantel ist jedenfalls ein stoffgewordener Alptraum!

Danke für das Interview, liebe Romina!

 

Paul Lendvai erhält Preis für sein publizistisches Gesamtwerk

Dieses Jahr geht der Bruno-Kreisky-Preis für sein publizistisches Gesamtwerk an unseren Autor Paul Lendvai.

Sein Leben und sein umfassendes Werk stehen für einen europäischen Geist des Humanismus, der Toleranz und der Offenheit.

Wir gratulieren unserem Autor zu seiner besonderen Auszeichnung!

Mehr Informationen zur Auszeichnung finden Sie hier.

Karim El-Gawhary ist Außenpolitikjournalist des Jahres 2020

Autor und ORF Korrespondent Karim El-Gawhary wurde für seine journalistischen Leistungen in diesem Jahr von den Leserinnen und Lesern des Branchenmagazins „Der Österreichische Journalist“ mehrheitlich zum „Außenpolitikjournalist des Jahres“ gewählt. El-Gawhary ist seit 2004 Leiter des ORF-Nahostbüros in Kairo. Zuvor war er fünf Jahre als Vertreter des ARD-Rundfunkstudios in Kairo tätig. 2011 erhielt er den „Concordia Presse-Preis“, 2012 wurde er zum Auslandsjournalisten des Jahres gewählt, 2013 zum Journalist des Jahres in Österreich, 2018 erhielt er den Axel-Corti-Preis. Sein aktuelles Buch „Repression und Rebellion“ ist eine Analyse der sich am 16. Dezember jährenden arabische Revolution.

Wir trauern um Leo Mazakarini

Prof. Leo Mazakarini, eine der profiliertesten Verlegerpersönlichkeiten dieses Landes, ist letzte Woche verstorben. Wir trauern um einen Freund, einen begnadeten Verleger, einen faszinierenden Menschen.

Geboren 1936, wuchs er in bürgerlichem Umfeld auf. Nach der Matura begann er ein Studium an der Universität Wien.

1962 erschien sein erstes Buch, ein Essay über Hugo Hartung im Droste Verlag.

Tätigkeiten als freier Lektor folgte 1965 der Beginn seiner beruflichen Karriere bei der Buchgemeinschaft Donauland. Daneben veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Essays.

1968 wechselte er zu Molden, wo er sieben Jahre blieb.

1975 wurde er Verlagsleiter beim damals stark expandierenden Orac Verlag, mit Leo Mazakarini als treibender Kraft. Zahlreiche bekannte Autoren wie Hugo Portisch, Hans Hass, Niki Lauda, u.v.m. konnte er ans Haus binden.

Eine seiner verlegerischen Meisterleistungen war es – in Konkurrenz zu sämtlichen deutschen Großverlagen –, den damaligen russischen Ministerpräsidenten Michail Gorbatschow als Autor zu gewinnen.

1990 schloss sich der Kreis, Donauland übernahm den Orac Sachbuchverlag und fusionierte ihn mit Kremayr&Scheriau.

In den folgenden Jahren eroberte Leo Mazakarini mit zahlreichen Titeln die österreichischen Bestsellerlisten.

2001 trat er in den Ruhestand, aus dem wir ihn 2002 zurückholen konnten.

Bis zum Jahr 2006 war er maßgeblich am neuerlichen Aufstieg von Kremayr&Scheriau beteiligt.

Neben seiner Tätigkeit als Verleger und Autor war Leo Mazakarini auch auf der Leinwand präsent. Sein schauspielerisches Talent bewies er unter anderem in Filmen von Axel Corti, Peter Patzak und Harlad Sicheritz.

Zusätzlich verfasste er Drehbücher und begann Regie zu führen.

Mit Leo Mazakarini verlieren wir einen Menschen, der vor Lebensenergie und Ideen nur so überströmte, der es verstand, andere zu motivieren und zu Neuem zu animieren, einen scharfsinnigen Diskussionspartner, einen humorvollen, barocken Genießer, einen wunderbaren Freund.

Unser Beileid gilt seiner Frau und seinen Töchtern.

 

Lieber Leo, ich werde die geistreichen und spannenden Gespräche mit dir vermissen und danke für die Zeit, die ich mit dir verbringen durfte. (Martin Scheriau)

 

 

Shortlist Das Debüt 2020: „Wir verlassenen Kinder“ von Lucia Leidenfrost ist nominiert

Die Shortlist des Bloggerpreises „Das Debüt“ steht fest! Aus 61 eingereichten Titeln (insgesamt 16.977 Seiten aus 40 verschiedenen Verlagen) wurde eine Shortlist erstellt, die fünf Debütromane umfasst. Unter den Ausgewählten: „Wir verlassenen Kinder“ von Lucia Leidenfrost! Wir gratulieren der Autorin und drücken die Daumen für den ersten Platz!

[Das Debüt 2020] Die Shortlist

ET: Feb 2020