Wir gratulieren Tonio Schachinger und den vier nominierten Autorinnen!
Die Rauriser Literaturtage finden dieses Jahr von 25. bis 29. März 2020 statt.
Wir gratulieren Tonio Schachinger und den vier nominierten Autorinnen!
Die Rauriser Literaturtage finden dieses Jahr von 25. bis 29. März 2020 statt.
Wir freuen uns über die vielen Auszeichnungen und Preise der vergangenen Jahre und gratulieren unseren AutorInnen. Die Liste wird laufend ergänzt.
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2020
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2014
Unsere Neuerscheinungen zum Durchblättern!
SACHBUCH- UND BELLETRISTIKPROGRAMM IM FRÜHJAHR 2020
LITERATURFRÜHLING 2020
Dieses Jahr geht der Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2020 an „Nicht wie ihr“ von Tonio Schachinger.
Jurybegründung:
„Der Roman „Nicht wie ihr“ ist viel mehr als ein milieugetreues Fußballbuch: Mit seinem Helden Ivo Trifunović zeichnet der Autor das Bild eines Profikickers aus Wien, der mit Witz und kontrollierter Wut auf Zumutungen des Business, ethnische Vorurteile und eine vorgestanzte Sprache reagiert, ein Macho, haarsträubend und beinahe liebenswert.“
Die Preise werden am 20. Januar 2020 um 12.00 Uhr im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger um 18.00 Uhr in der Glocke statt.
Incentives ist ein gemeinsames Projekt des Literaturhaus-Buchmagazins und der IG Übersetzerinnen Übersetzer. Es wurde 2008 in Kooperation mit der Europäischen Literaturplattform readme.cc ins Leben gerufen und stellt eine repräsentative Auswahl von Neuerscheinungen österreichischer AutorInnen vor, mit dem Ziel, Impulse für die Übersetzung und Veröffentlichung neuester österreichischer Literatur im Ausland zu setzen. Werke arrivierter AutorInnen stehen dabei neben beachteten Debuts, Romane und Erzählungen neben experimentellen Texten und Lyrik. Jedes Werk wird mit einer Leseprobe und einer Kurzrezension auf Deutsch und in vier weiteren Sprachen präsentiert.
Hier gehts zu den Übersetzungen
Die vom Büchereiverband Österreichs organisierte und vom Bundeskanzleramt Österreich im Rahmen der Büchereiförderung 2020 geförderte Aktion „Utopie | Dystopie“ ermöglicht den öffentlichen Bibliotheken österreichweit von Jänner bis Dezember 2020 subventionierte Veranstaltungen mit ausgewählten Autorinnen und Autoren durchzuführen.
Mit dabei ist unsere Autorin Gertraud Klemm mit „Hippocampus“
Weitere Informationen zu den geförderten Lesungen finden Sie hier
Mit dem 1924 geborenen Walter Fantl ist am 24. Oktober 2019 einer der letzten Holocaust-Überlebenden in Österreich gestorben. Walter Fantl hatte seine Kindheit und Jugend im niederösterreichischen Bischofstetten verbracht, 1940 musste er mit seiner Familie nach Wien übersiedeln; alle Bemühungen, die Ausreise in die USA zu erreichen, scheiterten. 1942 wurde Walter Fantl mit seinen Eltern, der Schwester und den beiden Großmüttern nach Theresienstadt deportiert, 1944 kam er mit seinem Vater nach Auschwitz und anschließend ins Nebenlager Gleiwitz I. Als er im Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurde, wog er nur noch 37 Kilo. Mit seinen Kameraden, einer Gruppe von 12 Wiener Juden, zog er monatelang durch Polen und Schlesien, zuletzt kam er im Juni 1945 wieder nach Theresienstadt und ging Wochen später nach Wien zurück, wo er endgültig erfuhr, dass niemand von seiner Familie überlebt hatte.
2018 erschien seine von Gerhard Zeillinger aufgezeichnete Lebensgeschichte „Überleben. Der Gürtel des Walter Fantl“ im Kremayr & Scheriau-Verlag.
Wir gratulieren unserer Autorin Marie Luise Lehner, die mit dem AK-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet wurde.
Weitere Informationen zum Preis finden Sie hier
Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht fest und der Debütroman „Nicht wie ihr“ von Tonio Schachinger ist dabei! Wir gratulieren ganz herzlich!
Weitere Infos zum Preis und die nominierten Titel finden Sie hier: https://www.deutscher-buchpreis.de/nominiert/
Der Shortlistabend findet am 29. September 2019 um 17:00 Uhr im Schauspiel Frankfurt statt.

Erscheinungstermin: 26. August 2019
Was liebt man denn, wenn man den Fußball liebt?
Ich habe als Kind und Jugendlicher eigentlich eine recht klassische Fußballsozialisation durchlaufen, war mit meinem Opa im Stadion und habe in der Schulzeit fast jeden Tag gespielt, ohne je als besonders talentiert aufzufallen. Nachdem mich Fußball eine Zeit lang weniger interessiert hat, ist es mit
dem Auftauchen von Spielern wie David Alaba und Marko Arnautović dann zu einer Art Renaissance gekommen. Inzwischen verfolge ich hauptsächlich die Spiele des österreichischen Nationalteams. Sobald man über etwas schreibt, verändert sich sowieso noch einmal der Blickwinkel darauf. Man kann dann seinem Hobby nachgehen, also etwas machen, was man ohnehin machen würde und es als Recherche rechtfertigen, gleichzeitig ist man irgendwann auch wieder fertig damit. Ich würde nicht noch ein Buch über Fußball schreiben.
Das Interessante am Profifußball ist, dass er einerseits medial sehr präsent ist, dass es aber andererseits, gerade aufgrund dieser überbordenden Berichterstattung, in der jede kleine Verfehlung von jungen Menschen zu einem Riesenskandal aufgebauscht wird, kaum noch authentische Aussagen der Fußballer selbst gibt, die über eingelernte PR-Floskeln hinausgehen. Was weiß man denn über das Innenleben eines David Alaba oder eines Aleksandar Dragović? Diese Diskrepanz hat mich fasziniert und ich sehe darin ein großes literarisches Potenzial, ganz nach dem Motto: Was sonst nicht zugänglich ist, kann durch Literatur fiktional erschlossen werden.
Für mich hat der Titel eine doppelte Bedeutung. Er verweist natürlich erst einmal auf die große Differenz zwischen dem von der Realität entkop
pelten Leben eines Fußballstars und denen von normalen Menschen, sowie auf die Entfremdungsgefühle meines Protagonisten gegenüber seiner Umgebung. Gleichzeitig sind aber viele der Themen im Roman welche, die prinzipiell jeden Menschen betreffen können: Familie, Liebe, der Umgang mit Fremdzuschreibungen und mit der eigenen (Migrations-)Geschichte, Untreue. Dadurch kann der Titel auch ironisch gelesen werden, denn Ivo ist schon auch „wie wir“, insofern die Fragen, die ihn beschäftigen, allgemeine, über den Fußball hinausgehende sind. Das war auch eine der Sachen, die mich beim Schreiben sehr gereizt haben: zu zeigen, dass diese scheinbar so weit von jeglicher Realität entfernten Fußballer ein Identifikationspotenzial für verschiedene Arten von Leser*innen anbieten und womöglich auch interessante Sichtweisen liefern können, die über ihre gesellschaftlich zugewiesenen Rollen hinausgehen.
Ich denke, dass Wut und Unzufriedenheit sogar dann, wenn es gute Gründe für sie gibt, immer in erster Linie mit einem selbst zu tun haben. Im Fall meines Protagonisten stehen sie meiner Meinung nach insbesondere in Zusammenhang mit seinem eigenen verkorksten Männlichkeitsbild und den daraus resultierenden Ansprüchen an sich selbst und an andere. Deshalb richtet sich Ivos Aggression auch größtenteils gegen andere Männer, zu denen er sich in Konkurrenz vermutet. Mich hat es interessiert, einen Protagonisten zu schreiben, der Elemente eines Antihelden in sich trägt, dem man also manchmal vielleicht in seinen Wertungen und Meinungen rechtzugeben verleitet ist, der gleichzeitig aber selbst sehr unsympathische Züge trägt und mit seinem Verhalten anderen schadet.
Dazu kommt natürlich die Rolle der Erzählperspektive, die in weiten Teilen etwa dem entspricht, was auf englisch recht knackig „free indirect discourse“ heißt, bei der es also keine klare Trennung zwischen Erzählinstanz und Protagonist gibt, ohne dass jedoch aus dem Ich heraus erzählt wird. Wir sehen dennoch alles nur aus Ivos Perspektive und hören nur seine Sichtweise, ohne alternative oder widersprechende Zwischentöne. Ob man dieser Darstellung der Ereignisse folgt oder sie hinterfragt, beziehungsweise darin auch Elemente eines unzuverlässigen Erzählens entdeckt, hängt wohl von den Einstellungen und Wertehaltungen der Leser*innen ab. Mein Ziel war es, ein vielschichtiges Bild eines Menschen zu zeigen, der sich sowohl kluge als auch dumme Gedanken macht und den man als Leser*in weder ausschließlich unsympathisch findet, noch affirmativ verklärt.
Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, wie hart das Leben von Profifußballern ist. Um diesen Lebensweg einzuschlagen, muss man sehr viel aufgeben, insbesondere in der Jugend, also in der Zeit, in der man gemeinhin den Ausbruch aus Normen und Zwängen erprobt. Im Grunde fügt man sich als Fußballer für die Dauer der aktiven Karriere (und oft auch darüber hinaus) in ein Leben, in dem man die Autorität über den eigenen Körper und die einem zur Verfügung stehende Zeit komplett an seinen Verein abgibt und als Wertanlage dieses Vereins sowie als Identifikationsobjekt des Landes, dessen Trikot man trägt, unter permanenter Beobachtung steht. Es ist also zu vermuten, dass das Verhältnis von Profifußballern zu ihrem Beruf ein wesentlich ambivalenteres ist, als es ihre Aussagen in Interviews meistens vermuten lassen.
Nicht wie ihr.