übermorgen: Solmaz Khorsand „Pathos & Judith Kohlenberger „Wir“

Präsentation der neuen übermorgen-Titel „Pathos“ und „Wir“

 

„Beherrschung ist etwas für Asketen. Gelassenheit für Reiche. Ironie für Überlebende. Dem Rest bleibt nur das Pathos.“

Pathos ist überall. Permanent sind wir bewegt, empört und berührt von der Welt – und wollen das auch mit allen teilen. Pathos bedeutet Macht. Wenn die eigene Bewegtheit andere bewegt, kommen erst die Dinge ins Rollen. Dann kann Pathos Veränderung bedeuten. Gleichzeitig spiegelt sein Einsatz auch die herrschenden Machtverhältnisse wider.
Scharf und pointiert seziert Solmaz Khorsand die einzelnen Tonlagen des uns stets umgebenden Pathoskonzerts. Sie misst die Lautstärke der Wortführer und hört bei den leisen Äußerungen der

 

„Ein anderes Wir ist möglich. Ein Wir, das nicht auf Ausgrenzung oder Abwertung beruht. Es ist ein Wir, in dem auch das Du und Ich Platz haben.“

Judith Kohlenberger sieht genau hin: Wer ist das Wir in welchem Kontext? Welches Wir wählen wir selbst, welches wird uns zugeschrieben durch Herkunft, Beruf, Status? Wann wird das Wir zu einem Werkzeug der Ausgrenzung? Und wie beschreiten wir den Weg hin zu einem inklusiveren Wir?
Dieser klarsichtige Essay räumt auf mit der Annahme, dass das von der Politik vielbeschworene und instrumentalisierte Wir selbstverständlich und festgeschrieben ist.

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Eintritt frei
Die Veranstaltung findet unter Berücksichtigung der aktuell geltenden COVID19-Sicherheitsbestimmungen statt.

Thalia
Beginn: 18:00
Mariahilfer Straße 99 1060 Wien