Diskussionsrunde mit Bobby Herrmann-Thurner, Dr. Elisabeth Lechner, Rhea Krčmářová und Maureen Reitinger

Ein Gespräch über den Druck der Diätindustrie, systemische Diskriminierung und Strategien, wie wir uns kollektiv dagegen wehren und unseren Raum zurückholen können.

Unsere Körper sind politisch. Besonders Frauenkörper und mehrgewichtige Körper stehen unter permanentem Optimierungsdruck. Doch wir passen uns nicht mehr an – wir leisten Widerstand! Diskutiert mit uns über Körperpolitik, Gewichtsdiskriminierung und echte Bodypositivity. Vier großartigen Autorinnen beleuchten das Thema aus aktivistischer, wissenschaftlicher und literarischer Perspektive:

Bobby Herrmann-Thurner, geboren und aufgewachsen in Wien, machtseit mehr als zehn Jahren erfolgreich vielfältige Arbeit gegen Gewichtsdiskriminierung. 2015 gründete sie das Curvect Plus Size Blogazine, wo sie über Bedürfnisse und Belange Mehrgewichtiger, Mode und Selbstakzeptanz schreibt. Sie ist eine der zwei Gründerinnen des Podcasts “Fat Business”. Dessen Motto: sprecht mit Mehrgewichtigen statt über sie. Bobby ist Expertin für Plus-Size-Mode, positives Körperbewusstsein und Gewichtsdiskriminierung und regelmäßig als Sprecherin auf Konferenzen, Podien und anderen Events zu Gast..

Dr. Elisabeth Lechner, ist Kulturwissenschaftlerin und hat zu ‘ekligen’ weiblichen Körpern und Body Positivity an der Universität Wien promoviert. Sie forscht an der Schnittstelle von Popkultur-Studien, feministischer Medienwissenschaft, Affect & Body Studies, publiziert wissenschaftlich & essayistisch und gibt Workshops zu Medienkompetenz, Feminismus, Body Positivity, Body Shaming und Lookismus. Sie arbeitet als Referentin im Büro für digitale Agenden der Arbeiterkammer Wien.

Rhea Krčmářová, wurde in Prag geboren und wuchs in Wien und Umland auf. Sie studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien und wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Rhea Krcmárová schreibt Prosa, Theatertexte, Libretti, Essays und Gedichte (u.a. auf Instagram), und experimentiert mit transmedialer Kunst, Textkunst und Buchkunst.

Maureen Reitinger 1979 in Wien geboren, lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich, HTL-Abschluss in Betriebsmanagement & Produktionstechnik. Jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit bei der Caritas und VinziPort. Feministin. Mutter. Großmutter. Leidenschaft für Kunst und Kultur, Kommunikation und Menschen. Absolviert gerade das Psychotherapeutische Propädeutikum.

Buchinhalt “Fat Business”, Kremayr und Scheriau:
Mehrgewichtige werden systematisch entmenschlicht. Ob negative Darstellung in den Medien oder öffentliche Diffamierung – Dicken wird abgesprochen, wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu sein. Das zieht Benachteiligungen im Arbeitsalltag, in der Politik und in der Medizin nach sich. Sind mehrgewichtige Menschen wirklich faul, arm und anders oder lassen sich mit Körperscham und Diäten einfach gute Geschäfte machen? Ein Buch für alle, die genug von struktureller Ungleichbehandlung haben; ob mehrgewichtig oder nicht.

Buchinhalt “Riot, don’t diet!”, Kremayr und Scheriau:
Dicke, haarige, queere, alternde Körper, People of Colour, Menschen mit Behinderung: Wer in unserer Gesellschaft nicht der Norm entspricht, wer sich und seinen Körper nicht dem kommerzialisierten Zwang zur Selbstoptimierung unterwirft, wird marginalisiert, gemobbt und ausgegrenzt. Doch wer definiert Schönheit und wem nützt das? Klar ist jedenfalls: Schönheit ist nicht nur ein Geschäft, sie ist vor allem eines: politisch.

Buchinhalt “Monstrosa”, Kremayr und Scheriau:
Isabella Vlcek, eine übergewichtige, essgestörte Opernsängerin ohne Engagements, sucht in einer psychiatrischen Klinik Heilung für sich und ihre Stimme. Als sie auf eine Clique eng verschworener Mitpatient:innen trifft, die sie ablehnen und seltsame Rituale abhalten, brechen alte Traumata auf. Von Albträumen gequält, muss Isa mitansehen, wie ihr Körper sich verwandelt. Während sie mit ihrem neuen, monströsen Selbst kämpft, beginnt auch beim Rest der Gruppe die Verwandlung …

Buchinhalt “Mut”, Kremayr und Scheriau: 
Wenn wir an Mut denken, haben wir sofort spektakuläre Leistungen oder außergewöhnliches Engagement vor Augen. Aber wie viel Mut braucht es für den ganz normalen Alltag? Wen sehen wir gesellschaftlich als mutig an, und wer beweist tatsächlich tagtäglich den meisten Mut? Und was bedeutet es überhaupt, mutig zu sein?
Diesen Fragen geht Maureen Reitinger auf den Grund, wenn sie sich an das Thema Mut in all seinen Facetten herantastet und uns einlädt, unser eigenes Verständnis davon neu zu denken. In ihrem persönlichen, inspirierenden Essay holt sie Alltagsheld:innen vor den Vorhang und erkundet, was unsere Vorstellung von Stärke mit dem Patriarchat und Kapitalismus zu tun hat.

Eintritt frei und freie Platzwahl!

Morawa Mariahilfer Straße
Beginn: 18:30
Mariahilfer Straße 20 1070Wien